grauer-star-diagnose-2Die Spaltlampenuntersuchung

Das wichtigste Instrumentarium bei der Diagnostik des grauen Stars ist das Spaltlampenmikroskop. Während der Untersuchung mit diesem Gerät sitzt der Patient direkt vor dem Mikroskop, das eine sechs- bis vierzigfach vergrößerte Darstellung der vorderen Augenabschnitte erzeugen kann. Kinn und Stirn werden durch entsprechende Halterungen stabilisiert.

Untersuchung des vorderen Augenabschnitts

Bindehaut, Hornhaut, Lederhaut, Regenbogenhaut und die Linse bilden zusammen den vorderen Augenabschnitt. Viele Sehstörungen resultieren aus Krümmungen der Hornhautoberfläche oder anderen krankhaften Veränderungen der Hornhaut. Die Hornhaut inklusive Hornhautrückfläche und der Vorderkammer des Augen können mit der Spaltlampe gründlich untersucht werden. So können diese Erkrankungen schnell ausgeschlossen oder verifiziert werden.

Spezielle Hornhautuntersuchungen

Es gibt aber noch weitere speziellere Untersuchungen, mit denen die Hornhaut noch intensiver untersucht werden kann. Dazu zählen unter anderem die Videokeratoskopie, eine mit dem Computer erzeugte Abbildung der Hormhautoberfläche, die Messung der Hornhautdichte und die Feststellung der Endothelzelldichte. Die Endothel Zellen befinden sich an der Hornhautrückfläche und sind für die Versorgung der Hornhaut, sowie für die Aufrechterhaltung ihrer Transparenz zuständig.

Die Untersuchung des hinteren Augenabschnitts

Durch das Spaltlampenmikroskop können auch der Glaskörper, die Netzhaut, der Augenhintergrund und wichtige Augenstrukturen wie der Sehnerv, die Makula und Augengefäße genau untersucht werden. Um diese Untersuchungen vornehmen zu können, werden dem Patienten Augentropfen verabreicht, die eine Erweiterung der Pupillen bewirken.

Zusätzliche Untersuchungen

Für den Fall, dass bei dem Patienten eine ausgeprägte Linsentrübung vorliegt und dadurch eine gründliche Untersuchung des Augenhintergrundes nicht möglich ist, bietet sich eine Ultraschalluntersuchung an. Mit einem Ultraschallgerät können mögliche Krankheiten des hinteren Augenabschnitts wie zum Beispiel eine Netzhautablösung frühzeitig erkannt werden. Denn bevor der behandelnde Augenarzt sich für eine Therapie des grauen Stars entscheidet, muss er auch mögliche weitere Augenerkrankungen in seine Überlegungen mit einbeziehen.
Mit einem Retinometer kann die Sehschärfe bei Patienten mit einer Linsen - oder Hornhauttrübung festgestellt werden. Auf diese Weise kann besser eingeschätzt werden, ob die Sehkraft durch einen operativen Eingriff gesteigert werden kann.

Ein weiteres Untersuchungsverfahren bedient sich der Hilfe eines OCT - Gerätes. Mit diesem können Krankheiten wie die altersbedingte Makuladegeneration entdeckt werden.

Was genau ist das OCT - Verfahren?

Die OCT, also die optische Kohärenztomografie ist ein berührungsfreies, optisches Messverfahren, das mit Laserlicht arbeitet. Der Laser tastet das zu untersuchende Gewebe ab und erzeugt so hoch aufgelöste Schnittbilder, die Aufschluss über die Dicke des Gewebes, wie den Nervenfasern, liefern. Auch weitere Strukturen des Auges können mit diesem Verfahren abgebildet werden.

Sehtest und Gesichtsfelduntersuchung

Eine mögliche Kurz - oder Weitsichtigkeit kann durch eine Sehschärfenmessung diagnostiziert werden. Hierfür kann eine Sehtafel oder ein Sehzeichenprojektor zum Einsatz kommen. Liegt eine Linsentrübung vor, nimmt die Sehschärfe immer weiter ab, besonders das nahe Sehen betreffend.
Auch die Untersuchung des Gesichtsfeldes wird häufig vom Augenarzt durchgeführt. Das Gesichtsfeld beschreibt den Bereich, den das Auge bei ruhiger, geradeaus gerichteter Stellung wahrnehmen kann. Die Untersuchung des Gesichtsfeldes wird bei jedem Auge separat vorgenommen. Heute wird diese auch Perimetrie genannte Untersuchung meist durch einen Computer vorgenommen.