grauer-star-ursachenGenetische Veranlagung

Der sogenannte Altersstar ist in den Genen verankert und kommt häufig vor. Auch der selten auftretende graue Star bei ansonsten Gesunden Kindern und Jugendlichen ist erblich bedingt.

Angeborener grauer Star:

Weniger als ein Prozent der Neugeborenen kommen mit einer Linsentrübung auf die Welt. Grund kann eine genetische Veranlagung sein oder eine Schädigung während der Schwangerschaft. Je nach Stärke der Linsentrübung ist ein frühzeitiger Eingriff erforderlich. Kinder mit einer erblichen Veranlagung haben meist neben den getrübten Linsen weitere Fehlbildungen, die eines operativen Eingriffs bedürfen.

Eine rechtzeitige Augenoperation ist bei einer starken Trübung unerlässlich, um eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) zu verhindern. Diese entsteht bei einer starken Katarakt zwangsläufig. Das Gehirn lernt das Sehen nicht, da durch das unscharfe beziehungsweise fehlende Netzhautbild die entsprechenden Reize fehlen. Bei einer geringen Linsentrübung können sich die Kleinen sich meist normal entwickeln.

Wird beim Neugeborenenscreening Galaktosämie festgestellt, besteht die Behandlung aus einer speziellen Diät. Diese muss zeitlebens eingehalten werden. Sie mit der Stoffwechselstörung einhergehende Linsentrübung, die sich schon in den ersten Lebenstagen bilden kann, geht in der Regel durch die Diät vollständig zurück. Diese Form des grauen Stars wird auch als "angeboren erworben" eingeordnet.
Grauer Star als Folge von Neurodermitis:

Die anlagebedingte Hautkrankheit kann zu einer Linsentrübung führen. Im Embryonalstadium bildet sich das Linsengewebe aus dem äußeren Keimblatt, dem Ektoderm. Aus diesem entwickeln sich neben der Augenlinse auch die Haut und die Haare.

Grauer Star bei Kurzsichtigkeit:

Generell neigen Menschen mit starker Kurzsichtigkeit zu verschiedenen Augenproblemen. Sie haben ein erhöhtes Risiko relativ früh am grauen Star zu erkranken.
Starerkrankungen durch Strahlung (Strahlenstar)

Die Augenlinsen reagieren auf UV-, IR- und Röntgenstrahlung sehr empfindlich. In tropischen Ländern mit starker Sonneneinstrahlung erkranken die Menschen schon relativ früh am grauen Star erkranken. Linsentrübungen sind schon bei im Alter von vierzig bis fünfzig Jahren weit verbreitet. Auf dem Meer oder auf hohen Bergen ist die Strahlung besonders hoch. Segelsportler und Alpinisten müssen ihre Augen daher durch geeignete Brillen schützen, um dem grauen Star vorzubeugen.

Rauchen und starken Alkohol als Ursache von Linsentrübungen

Die Augenlinsen reagieren auf verschiedene Schadstoffe mit einer Trübung. Rauchen schädigt sie sowohl durch Stoffwechselprodukte, die im Körper entstehen, als auch durch die, im Rauch vorhandenen Inhaltsstoffe. Alkohol schädigt die Augen anhaltend durch die beim Abbau im Körper entstehenden Stoffe.

Kortison verursacht grauen Star (Kortisonstar)

Das Medikament kann sowohl bei örtlicher als auch bei innerlicher Anwendung grauen Star auslösen. Die Gabe von kortisonhaltigen Augentropfen sowie die Einnahme von Medikamenten gegen Gelenkrheuma oder Allergien bedürfen daher einer Begleitung durch einen Augenarzt. Eine Linsentrübung, die während der Behandlung auftritt, kann sich nach Absetzen der Medikamente zurückbilden. Patienten dürfen die Medikamente aber auf keinen Fall eigenmächtig absetzen, darüber muss der Arzt, in der Regel nach Rücksprache mit einem Augenarzt, entscheiden.

Augenverletzungen

Verletzungen wie Prellungen des Augapfels, Strom- und Blitzschläge sowie offene Verletzungen mit oder ohne eingedrungene Fremdkörper können einem Auge neben der unmittelbaren Schädigung weiteren Schaden zufügen. Solche Ereignisse begünstigen die Entwicklung eines grauen Stars.

Grauer Star in Verbindung mit anderen Augenerkrankungen

Eine Linsentrübung kann durch ein chronisches Glaukom (grüner Star) im fortgeschrittenen Stadium oder als Folge eines akuten Glaukomanfalls auftreten. Sie kommt auch bei altersbedingter Makuladegeneration oder bei Netzhautschädigungen bedingt durch Durchblutungsstörungen vor. Die Symptome sind je nach Krankheitsbild unterschiedlich, beispielsweise ist ein plötzlicher Sehverlust auf einem Auge möglich, wenn eine Durchblutungsstörung der Netzhaut vorliegt.

Grauer Star bei Diabetes mellitus

Cataracta diabetica (Zuckerstar) tritt in erster Linie bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auf. Bei diesem Typ Diabetes zerstören Autoimmunentzündungen die Insulinproduzierenden Zellen auf der Bauchspeicheldrüse. Die Krankheit tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf. Durch den Ausfall der Zellen fehlt es am zuckerregulierendem Hormon und die Betroffenen müssen sich Insulin spritzen. Ohne dieses Medikament können Sie keinen Zucker verdauen. Bei Typ-1-Diabetikern stellt der Augenarzt häufig eine flocken- oder strahlenartige Linsentrübung (hintere subkapsuläre Rindentrübung) fest.

Typ-2-Diabetiker haben anfangs lediglich eine Unempfindlichkeit des Gewebes gegen Insulin, das Hormon ist aber vorhanden. Erst später kommt es zu einem Insulinmangel. Bei diesem Diabetikertyp tritt der graue Star meist als vorgezogener Altersstar auf. Grund für die Diabetes sind neben erblicher Veranlagung Übergewicht in Verbindung mit Bewegungsmangel. Fakt ist, dass immer mehr Menschen, auch jüngere, übergewichtig sind. Die Folgen sind noch nicht absehbar.

Sehstörungen treten häufig auch aufgrund stark schwankender Blutzuckerwerte auf, die vorrübergehender Natur sind. Das geschieht häufig bei der Behandlung mit Insulin beziehungsweise beim Typ-2-Diabetikern auch bei der oralen Einnahme von Blutzuckersenkern..