Glaukom_2Der grüne Star oder Glaukom schädigt den Sehnerv. Wird er nicht behandelt, kann das eine Erblindung zur Folge haben. Lesen Sie hier mehr zu den Ursachen, die sich zeigenden Symptomen, Diagnose und Therapie.

 

Was ist ein Glaukom?

Als Glaukom oder grüner Star wird eine ganze Gruppe von unterschiedlichen Augenkrankheiten bezeichnet, welche meist längere Zeit gar nicht bemerkt werden. Sie schädigen aber in den Sehnerv und schränken das Sehvermögen langfristig ein.

 

Glaukome - deren Ursachen und Arten

Ein erhöhter innerer Augendruck ist eine der häufigsten Ursache. Überwiegend liegt hierbei ein Glaukom bei offenem Kammerwinkel im Auge zugrunde und wird deswegen auch als Offenwinkelglaukom bezeichnet.

Zu den Hauptrisikofaktoren eines solchen Offenwinkelglaukoms zählen Glaukome, die bei Verwandten ersten Grades vorkommen. Auch ein Alter über 60, Fehlsichtigkeit sowie eine höhergradige Kurzsichtigkeit sind ein Risikofaktor.

Eine besondere Form unter den Glaukomen stellt das sogenannte Normal- oder Niederdruckglaukom dar. Obwohl der Augeninnendruck im Normalbereich von 10 bis 20 mmHg liegt, sind hier Schäden am Sehnerv eingetreten und die Augen reagieren empfindlich auf den "Normaldruck".

Als primäre Glaukome bezeichnet man Glaukome, welche spontan ohne bestimmte Ursachen auftreten. Hierzu zählen auch die seltener auftretenden Engwinkelglaukome. Die Struktur des Auges beeinflusst maßgeblich die Zirkulation des Kammerwassers, den Kammwinkel. Daher der Name Engwinkelglaukom. Durch das Kammerwasser entsteht ein Augeninnendruck, weil der Abfluss des Kammerwassers durch die Veränderungen im Kammerwinkel behindert wird. Daraus entsteht langfristig ein Glaukom. Neben dem erhöhten Druck kann aber auch eine verminderte Durchblutung des Sehnervs die Ursache sein.

Zu einem akuten Winkelblock (Glaukomanfall), kann es kommen, wenn ein zu enger Kammerwinkel unverhofft blockiert wird. Dies ist eine Sonderform des Engwinkelglaukoms. Ein chronisches Engwinkelglaukom mit Abflussstörung des Kammerwassers liegt, wie beim Offenwinkelglaukom, nur selten vor.

Zudem gibt es auch angeborene Glaukome. Oftmals behindert das Gewebe, welches noch aus der frühen Kindesentwicklung im Mutterleib stammt, den Abfluss im Kammerwinkel.
Als sekundäres Glaukom bezeichnet man Glaukome, die infolge einer anderen Erkrankung oder Verletzung des Auges sowie im Rahmen einer Allgemeinerkrankung auftreten.

Die am häufigsten auftretende Form von sekundären Glaukomen ist das Kapselhäutchenglaukom, auch Pseudoexfoliationsglaukom (PEX-Glaukom) genannt. Ganz feine Eiweißpartikel lagern sich hier auf allen Strukturen des vorderen Augenabschnittes ab, auch auf der Linse oder dem Pupillenrand. Hierbei liegt eine erbliche Störung der faserigen Elemente des Bindegewerbes vor. Ein solches PEX-Glaukom kann rasch fortschreiten, daher ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung unbedingt erforderlich. Nur dann kann man das Krankheitsbild in den Griff bekommen. In der Umgebung und im Straßenverkehr kann das zu gefährlichen Orientierungsproblemen führen.

In manchen Fällen können bestimmte Arzneimittel ein sekundäres Glaukom auflösen.

 

Die Symptome von Glaukomen

Meist entstehen Glaukome schleichend und zeigen lange Zeit keine Symptome. Erst wenn die Schädigung des Sehnervs weiter fortgeschritten ist, machen sich Symptome bemerkbar. Es kommt zu einer Sehminderung, bei der das Gesichtsfeld bogenförmig von außen her eingeengt wird. Das bedeutet, innerhalb eines oder mehrerer Bereiche mit normaler Lichtempfindlichkeit nimmt die Sehstärke erheblich ab, manche Gegebenheiten werden nicht mehr wahrgenommen.

Letztlich sind aber auch Ausfälle zum zentralen Gesichtsfeld und zur Blickmitte hin möglich. In Deutschland haben von jährlich 10.000 erblindenden Menschen etwa 2.000 ein Glaukom. Zeitversetzt erkranken oftmals beide Augen.

Bei akuten Krankheitsbildern der Engwinkelglaukome können starke Schmerzen, Rötungen und Sehstörungen auftreten. Es kommt nicht selten zu extremen Begleitsymptomen wie Übelkeit und Erbrechen sowie starke Kopfschmerzen. Durch die Erblindungsgefahr ist immer eine Untersuchung eines Augenarztes zwingend notwendig.

 

Die Früherkennung und Diagnose

Grundsätzlich sind regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen notwendig. Bei einem Sehtest muss die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) vorgenommen werden. Mittels Spiegelung des Augenhintergrunds durch die Pupille kann zudem der Sehnervenknopf beurteilt werden. Soll das Gesichtsfeld überprüft werden, schließen sich weitere umfassendere Untersuchungen an.
Besteht Verdacht auf ein Glaukom, werden die Kosten für die Untersuchungen von den Krankenkassen übernommen. Anderenfalls ist das Glaukom-Screening zurzeit eine sogenannte IgeL-Leistung, sprich eine individuelle Gesundheitsleistung, die jeder Patient selbst bezahlen muss.

 

Ein Glaukom therapieren

Für eine Therapie gibt es einige wirksame Medikamente wie beispielsweise Augentropfen. Sie können den Augeninnendruck vermindern und die Glaukomentwicklung aufhalten, wenn sie regelmäßig und wie verordnet angewendet werden.

Es besteht die Möglichkeit zu einem Lasereingriff oder einer Augenoperation. Allerdings ist dies nur bei hochgradigen Krankheitsbildern erforderlich.
Babies, welche mit einem Glaukom zur Welt kommen, müssen jedoch operiert werden.

Lesen Sie auch: Grüner Star (Glaukom) - Ursachen